Nach 5 Monaten Krankenhaus und Reha will ich mich nun offiziell wieder zurück melden und euch detailliert erzählen was alles passiert ist.


Am 06.06.07 begann das Grauen und ich kam ins KH.
Weshalb? Meine linke Körperhälfte hatte einen Systemausfall. (Stellt euch vor eurer linker Fuss ist eingeschlafen, nur ohne kribbeln und das überall auf der linken Seite) (versucht so mal anständig zu laufen oder etwas festzuhalten). Mein Hehirn hatte sich auch ne auszeit genomen, sprich, ich konnte nicht mehr richtig denken, lesen und schreiben.
In den ersten 3 Wochen musste ich nun 2 LUMBALPUNKTIONEN ( hierbei wird eine Nadel in deine Wirbelsäule gestochen und etwas Nervenwasser entnommen, zwecks Untersucheng), einige Computertomographien und Magnetresonanztomograghie (MRT) und eine Punktion (Proben entnahme) der rechten Nebenniere (dazu später mehr).
Als erste Medikation haben die Ärzte mir 5 Infusionen vom Allheilmittel Cortison verpasst was auch kurz besserung brachte. Und sie haben endlich eine erste vermutete Diagnose von sich gegeben: MULTIPLE SKLEROSE
( Und was passiert dabei? Also: MS wird als Autoimunkrankheit bezeichnet (so wie Rheuma). Hierbei greifen die Körpereigenen T-Zellen stellenweise das zentrale Nervensystem =ZNS an. Die Nerven müsst ihr euch wie Kabel vorstellen, von denen die T-Zellen die Isolierung weg knabbern, was dazu führt das die Informationen die von den Nerven übermittelt werden nur noch teilweise oder gar nicht mehr ankommen. So entstehen die Entzündungsherde innerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. ( Ich hab einen der ist so gross wie ne Faust). Mit der Zeit kann dies zu einer Muskelschwäche führen. Die Folgen davon sind dann: Sehnerventzündung, Blindheit, Inkontinenz, Impotenz und Rollstuhl.
In der vierten Woche bin ich dann zur Reha gekommen. Wo Anfangs alles super war, bis wieder alles schlimmer wurde. Nach Untersuchungen war klar das es ein zweiter Schub sein musste.
So wurde ich Ende der fünften Woche wieder ins KH zurück verlegt und bekam 3 PLASMAPHORESN ( Blutwäsche), was aber keine wirkung zeigte. So bekam ich die dritte LUMBALPUNKTION und eine TREPANATION (Probenentnahme)des Gehirns wurde durchgeführt. (Als Andenken habe ich eine etwa 3cm grosse TITANPLATTE im Kopf behalten.)

In der achten Woche wurde eine zweite Punktion der rechten Nebenniere gamacht und noch etliche andere Untersuchungen, wobei sich rausstellte das ich ausser der MS noch ein PHÄOCHROMOZYTOM hatte ( eine Gewbliche veränderung die Hormone bildet = Tumor) (in meinem Fall aber gutartig).

In der neunten Woche kam das Ergebnis TREPANATION und da hiess es das ich eine sehr aggressive From der MS habe, die aber mit dem Wirkstoff NATALUZUMAB behandelt werden sollte.
( Die Nebenwirkungen von dem Zeug waren echt der Hammer,vier Tage hatte ich neben Grippe Symtomen und sehr starken Schwindelatacken auch noch erbrechen mit dabei.)
Ca. zwei Wochen nach der ersten gabe bildete sich die Lähmung bzw.die Spastik (Der Spannungszustand der Skelettmuskulatur, der sogenannte Muskeltonus, kann durch verschiedenartige Erkrankungen entweder krankhaft vermindert (sog. Hypotonus) oder gesteigert sein (sog. muskulärer Hypertonus) wieder zurück und ich konnte wieder fast normal laufen und meinen Arm wieder voll bewegen.
In der zwischen Zeit wurden noch weitere untersuchung rund um den Tumor gemacht, u.a. mir wurde Radioaktivesjod gespritzt, um heraus finden zu können ob sich Metastasen gebildet hatten (zum Glück war der Befund negativ).

Ende August wurde ich in die MHH (Medizinischehochschule Hannover) verlegt und musste fast alle Untersuchungen nochmal durchmachen, weil die anderen Ergebnisse wohl zu ungenau waren. Aber das beste kommt noch, der Oberarzt meinte zu mir das ich eigentlich schon längst Tod sein müsste (die Überlebungschance bei einer Punktion von so einem Ding ict wohl so gering das es fast schon ein Wunder ist.)
Am 14. September konnte mir das Ding zum Glück ohne Probleme entfernt werden und durfte schon vier Tage später wieder nach Hause.

Wieder zwei Wochen später bekam ich dann die zweite Infusion von meinem MS-Medikament. Aber diesmal waren die Nebenwirkung gleich null bis auf das ich eine Allergie entwickelt hatte, was wieder lebensgefährlich war.
Also hatte sich das Thema auch wieder erledigt. ( Jetzt kann ich mich nur noch zwischen Pest oder Kollera entscheiden.) Es gibt wohl noch Medikamente mit denen ich behandelt werden könnte, aber das ist mir zu unsicher. Die sind aus der Krebsforschung (also Chemo-Therapie) und machen u.a. nur Unfruchtbar und Herzinfakte, von den anderen Nebenwirkungen will ich gar nicht erst anfangen und es gibt noch keine Studien oder Erfahrungswerte.

Im Oktober habe ich dann meine zweite Reha gemacht. Hier konnte ich wieder ein Paar Muskeln aufbauen, meine Finger-Feinmotorik verbessern und meine Ausdauer erweitern.

So und nu bin ich wieder zu Hause und die einzigen Handicaps die ich noch habe sind:
Leichte Taubheit oder auch Sensibilitätsstörungen,
leichte Spastik im linken Bein ( das fühlt sich an als ob das Bein 20 kilo mehr wiegtals das andere),
kann nicht mehr länger als ne halbe Stunde an Stück stehen und nur 1 kilometer laufen ohne Pause,
denken kann ich teilweise nur noch eingeschrenkt.


Das wars also erstmal von mir! Wenn ihr noch fragen habt könnt ihr dies gerne tun, werde versuchen so viel Auskunft zugeben wie ich kann.
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